Sauerteig, Fladenbrot und Grill

Sauerteig, Fladenbrot und Grill

…klingt das auch für dich nach einer guten Story? Natürlich nicht notwendigerweise in dieser Reihenfolge… Wàhrend dieser speziellen Corona Zeiten bin auch ich auf den Sauerteig gekommen. Er heisst Herman. Aber alles der Reihe nach!

Wenn man gerne kocht, backt und vor allem… isst! Na, dann ist es irgendwann nur die logische Konsequenz, dass man mit seinem eigenen Sauerteig durchstartet. Ich habe damit aber sehr lange gewartet, und hätte das Projekt “Sauerteigbrot” wohl nie in Angriff genommen, wenn da nicht ein super Schubser seitens einer Arbeitskollegin gewesen wäre (Shoutout to my dear Jenny). Ja, Corona Krise, Home Office und Google Hangouts mit dem Team à gogo sei Dank habe ich mich endlich an ein eigenes Sauerteig Starter Babylein gewagt. Little did I know, hey… So was von gefrässig, echt high maintenance und aufwändig! Will dauernd gefüttert werden und bereitet mir echt schlaflose Nächte. Zudem “stinkt” er ganz schön (ansichtssache…), naja… sauer! Was er vermutlich auch soll.

Doch aufgrund all dieser Charaktereigenschaften hat er sich sofort den Namen Herman bei mir eingehandelt. Kännsch, den 90s Kettenbrief/-teig, called Herman? Das waren noch Zeiten… Klein Scarlett, damals wohl so um die 8 oder 9 Jahre alt, hat fleissig über Wochen hinweg ihren Herman gefüttert und im Anschluss an 10 Freunde weitergeleitet, samt Instruktionen. Nur verbacken habe ich meinen Herman nie – da hat sich meine Mami schlicht quer gestellt, die Küche blockiert und “das eklige Ding” in den Müll verfrachtet, statt es zu verbacken. Zugegeben, der roch mehr wie nur “angenehm säuerlich”. Und heute, aus Erwachsenensicht, scheint mir das Projekt mehr wie nur ein bisschen sonderbar und sehr, sehr gruusig. Wirklich, wo steckt bitte der Sinn dahinter, Kinder einen Teig füttern zu lassen, und den anschliessend rumzureichen, und Teig mit unbekanntem Ursprung auch noch zu verspeisen…? Haarsträubend. Aber item. Sauerteig Herman hat da schon Parallelen, so ungern ich es gestehe… Phuu. Soviel zum Exkurs, das musste sein (Naming und so…).

Jetzt aber hands down: so ein frisches, selbstgemachtes Brot ist schon Bombe! Und ein Sauerteigbrot ist natürlich der Gipfel der Krönung! Also, steht definitiv noch auf meiner Bucketlist. Warum ich dann aber gross über Sauerteig palavere, wenn ich noch kein Brot damit gebacken haben? Es hat eben die Zeit nur für’s Fladenbrot gereicht, so far. Ahahaha, Spoiler (bitzli spaat, gäll?). Und der Herman? Der sitzt dafür weiterhin im Kühlschrank, gut verschlossen in seinem Konfiglas, gärt und reift weiter vor sich hin* und wartet auf seinen ersten, grossen Einsatz. * Man sagt ja beim Sauerteig, dass er mit dem Alter immer besser wird. Sogesehen ist die Warterei eigentlich eine Investition in die Zukunft, ahaha. Und sogesehen… wäre vielleicht der gruusige Kettenbrief-Herman auch ein Versuch wert gewesen? Armer Herman…

Naja, nicht traurig sein. Ich blicke nach vorne und sehe viele, wirklich viele selbstgebackene Brote. Und Pizza! Pizza mit Sauerteig ist überhaupt das Beste. Und… starke Oberarme vom vielen Kneten sehe ich auch, ahaha. Das Rezept für diese Fladenbrote mit Sauerteig und Joghurt brauchen nicht wirklich viel Zeit und Geduld, sind also auch durchaus geeignet für leicht doppelt oder dreifach (da #Corona, #Lockdown, #kidsathome #stayathome #homeoffice usw) geforderte Eltern und so. Ist echt machbar! Hepf, chlepf, Fladenbrot vom Grill, es super Z’nacht für die ganz Familie!

Dieser schicke Quadro Grill von Betty Bossi gibt dem Fladenbrot übrigens die perfekte, holzkohlige Note. Ich finde ja, man schmeckt das sofort, ob Holzkohle Grill oder Gas. Der Grill ist kinderleicht zu bedienen. Auch, wenn man vielleicht am Anfang etwas Respekt haben mag, wie ich. Es braucht nur Breenpaste. Die kommt ganz zu unterst in den Grill rein. Dann Holzkohle im Behälter drüber setzen. Brennpaste anzünden, Motörli an (der Quadro ist so genial, weil er Batterie betrieben ist und somit überall hin mitgenommen werden kann) und voilà, es schöns Füürli! Bzw. im Handumdrehen eine tolle Glut! Das Motörli bläst nämlich schön konstant Luft in die Flamme, und damit werden die Holzkohlen ratzfatz zu einer perfekten Glut. Das ging… hmm, gefühlt keine 10 Minuten? Der Quadro kommt auch in einem praktischen Rucksack als Verpackung. Das heisst er ist der ideale Begleiter für dein nächstes Picknick im Freien! Hoffentlich mit Freunden, post Corona Lockdown und so…. Und schliesslich musst du ja dein hart erarbeiteten Sauerteig Fladenbrote irgendwem mal vorführen und bitz damit angeben, right?

Wenn du deinen eigenes Herman-Sauerteig-Baby starten möchtest, empfehle ich dir übrigens auch das Brotbackbuch von Betty. Da ist ein ganzes Kapitel dem Sauerteig gewidemt. Es wird Schritt für Schritt alles super simpel und anschaulich erklärt. Auch viele Fragen, die sich bei so einem “Baby” einfach ergeben, werden geklärt. Hier gibt es auch einen Teil davon online. Aber das Buch lohnt sich auf jeden Fall für alle ambitionierten Brotbäcker.



PS: bei uns hat es dann auch gleich angefangen zu Regnen, als ich das Fladenbrot auf dem Grill ready hatte. Super Timing! Dicke Fette Tropfen, nach dem du deinen Sauerteig vier (!) Wochen lang gehätschelt und getätschelt hast und dann noch mehr oder weniger mühselig iiiiirgendwie tatsächlich ein Fladenbrot (neben den Kids) hinkriegst unddann das, echt. Murphy’s vom Feinsten. Naja, geschmeckt hat es trotz der paar Tropfen mega gut!


Fladenbrot vom Grill mit Burrata, Tomaten und Kräuteröl

Zutaten für das Fladenbrot:
300 g Weiss- oder Halbweissmehl
1 TL Salz
2 EL Sauerteig Starter Basis
150 g Naturjoghurt (griechisches)
3 EL Olivenöl
3 EL Wasser

Für die Toppings:
Burrata
Tomaten
1 DL Olivenöl
Eine Handvoll frische Kräuter (entweder ein Mix, oder ich habe Bärlauch verwendet)
Salzflocken (Maldon Sea Salt)

Zubereitung:
Mehl und Salz in einer Schüssel mischen. Joghurt, Sauerteig, Öl und Wasser dazu geben. Zu einem weichen, glatten Teig kneten. Zugedeckt (mit einem feuchten Küchentuch) mindestens 2 (besser 3) Stunden gehen lassen. Beim Sauerteig dauert alles ein wenig länger wie bei der Hefe, hier beim Fladenbrot ist es aber auch egal, das muss ja eh nicht wie verrückt aufgehen.

Während der Teig aufgeht das Kräuteröl machen. Dazu die Kräuter waschen und gut trocken tupfen. Fein hacken und zusammen mit dem Olivenöl fein pürieren. Note: ich hatte noch Bärlauchöl, wir haben das verwendet. Es schmeckt aber genauso gut mit einer Mischung aus Kräutern oder mit Basilikum oder gar glattem Peterli.

Teig in 4 Portionen teilen, zu Kugeln formen und mit etwas Mehl zu Fladen formen. Von Hand flach drücken und beidseitig mit etwas Olivenöl bestreichen.

Den Grill vorbereiten und einheizen. Fladenbrot beidseitig für ein paar Minuten kross grillieren. Sofort mit Burrata bestreichen, mit Tomatenscheiben, frischen Kräutern und Kräuteröl garnieren und noch warm geniessen. En Guete!



Dieser Beitrag entstand in Kooperation mit Betty Bossi.

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